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Home»DIY & Upcycling»Lamellen-Raumteiler aus Holz bauen: Plan, Zuschnitt und Montage

Lamellen-Raumteiler aus Holz bauen: Plan, Zuschnitt und Montage

13. Oktober 2025 DIY & Upcycling
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Lamellen-Raumteiler aus Holz bauen: Plan, Zuschnitt und Montage
Lamellen-Raumteiler aus Holz bauen: Plan, Zuschnitt und Montage

Ein Lamellen-Raumteiler zoniert Wohnbereiche, bleibt lichtdurchlässig und lässt sich an fast jede Breite anpassen. Diese Anleitung führt von der Planung über den Zuschnitt bis zur Montage und Oberfläche. Mit klaren Maßen, Toleranzen, Werkzeugen, Sicherheitshinweisen und einer praktischen Zuschnitt-Tabelle gelingt das Projekt auch in einer kleinen Werkstatt – idealerweise auf einer stabilen mobile Werkbank.

Planung und Maße für Lamellen-Raumteiler

Standardmaße und Lamellenabstand

Bewährtes Maß für Wohnräume: Höhe 2000 mm, Breite 1000–1200 mm. Lamellenstärke 18–20 mm (Multiplex oder Massivholz), Lamellenbreite 60–90 mm. Abstand zwischen den Lamellen 20–40 mm. Für ein luftiges Bild in Wohnräumen sind 30 mm Abstand ein guter Startwert.

Toleranzen: Zuschnittlänge der Lamellen ±1 mm, Abstandstoleranz maximal ±0,5 mm, damit die Optik ruhig bleibt. Bei größerer Breite mehrere Module (z. B. 2 × 1000 mm) planen – das erleichtert den Transport.

Stabilität und Standfuß

Ein freistehender Raumteiler braucht einen ausreichend schweren Fuß oder eine Aussteifung (z. B. Querstreben). Für 2000 × 1000 mm sind zwei Fußplatten je 600 × 250 × 27 mm mit Bodengleitern praxistauglich. Je schmaler der Raumteiler, desto größer sollten Fußlänge und -gewicht ausfallen. Optional sichern flache Wandwinkel den Raumteiler gegen Kippen (nur in tragfähigem Mauerwerk befestigen; bei Leitungsnähe Fachbetrieb beauftragen).

Materialwahl: Holzarten und Oberflächen

18 mm Multiplex (Birke) ist dimensionsstabil, wirkt modern an der Kante und lässt sich gut ölen oder lackieren. Massivholz (z. B. Eiche) ist edel, arbeitet aber stärker – Dehnfugen von 2–3 mm am Rahmenrand einplanen. Für die Oberfläche eignen sich Öl (natürliche Haptik), Acryllack (robust, vergilbt nicht) oder Hartwachsöl.

Material- und Werkzeugliste, Zeit & Kosten

Zuschnittliste (Beispiel für 2000 × 1000 mm)

Teil Stück Maß (mm) Material Hinweis
Seitenteil Rahmen 2 2000 × 90 × 18 Birke Multiplex Längs zur Faserrichtung
Quertraverse oben 1 1000 × 90 × 18 Birke Multiplex Innenmaß Rahmen
Quertraverse unten 1 1000 × 90 × 18 Birke Multiplex Innenmaß Rahmen
Lamellen 11–13 1820 × 70 × 18 Birke Multiplex Abstand 30 mm, Anzahl je nach Breite
Fußplatte 2 600 × 250 × 27 Multiplex/Massivholz Mit Fase, Bodengleiter
Aussteifung (optional) 2 400 × 70 × 18 Birke Multiplex Diagonal in Fußnähe

Mini-Rechner-Hinweis: Lamellenanzahl n = (Breite – 2 × Rahmenbreite + Abstand) / (Lamellenbreite + Abstand). Zur Kontrolle: Gesamtbreite ≈ 2 × Rahmenbreite + n × Lamellenbreite + (n – 1) × Abstand.

Werkzeuge und Verbrauchsmaterial

  • Kappsäge oder Handkreissäge mit Führungsschiene, Feinsäge
  • Schleifer (Exzenter) + Schleifpapier Körnung 80/120/180/240
  • Akkuschrauber, Holzbohrer 3 mm und 4 mm, Senker
  • Holzleim (EN 204 D3), 4 × 60 mm Senkkopfschrauben, 4 × 40 mm für Lamellen
  • Holzdübel 8 mm (optional, optisch „schraubenlos“), Zwingen
  • Bleistift, Streichmaß, Anschlagwinkel, Abstandsschablone (z. B. 30 mm)
  • Oberflächenmaterial: Lack, Hartwachsöl oder Holzöl; Pinsel/Lackrolle, fusselfreie Tücher
  • Bodengleiter, Filz, evtl. Möbelrollen mit Bremse
  • PSA: Schutzbrille, Gehörschutz, P2-Staubmaske, schnittfeste Handschuhe

Zeit- und Kostenrahmen

Zeit: 6–8 Stunden reine Arbeitszeit, verteilt auf 2 Tage (Trocknung/Finish eingerechnet). Kosten: ca. 120–220 € bei Multiplex, je nach Holzqualität, Finish und vorhandenen Schrauben/Leim.

Bauanleitung: Zuschnitt, Bohren, Schleifen

Lamellen und Rahmen zuschneiden

  • Erstelle einen Zuschnittplan und markiere Faserrichtung und Sichtseiten.
  • Rahmenteile und Lamellen mit Kappsäge oder Führungsschiene zuschneiden. Toleranz: ±1 mm.
  • Kanten an Sichtseiten mit der Säge fein ansetzen, Ausrisse durch Klebeband an der Schnittlinie vermeiden.

Tipp: Werkstücke beim Sägen immer sicher aufspannen. Eine gerade Auflage erleichtert exakte Wiederholschnitte. Wie ein sauberer Holzrahmen aufgebaut wird, zeigt auch der Beitrag Holzrahmen bauen.

Kanten brechen und schleifen

  • Kanten mit 120er Papier „brechen“ (kleine Fase), dann Flächen 120/180/240 schleifen.
  • Zwischen den Körnungen entstauben. Bei Multiplex Kanten nicht zu stark abrunden, sonst wirken Lagen unruhig.

Bohrungen markieren und vorbohren

  • Rahmenverbindungen: je Ecke 2 Schrauben 4 × 60 mm. Anriss 20 mm von der Kante, Vorbohren 3 mm, Senken.
  • Lamellen: Position von oben nach unten mit Schablone (z. B. 30 mm Abstand) anzeichnen. Vorbohren 3 mm durch die Seitenteile.
  • Optional unsichtbar: Lamellen mit 8-mm-Dübeln im Seitenteil. Dübellöcher mit Bohrlehre setzen.

Montage: Rahmen verbinden, Lamellen einsetzen

Rahmen verschrauben und verleimen

  • Stoßflächen dünn mit D3-Holzleim einstreichen, Rahmen auf ebener Fläche spannen.
  • Mit 4 × 60 mm Senkkopfschrauben verschrauben (Drehmoment moderat; Schraubenkopf bündig, nicht versenken).
  • Diagonal messen: Differenz der Diagonalen ≤2 mm, sonst ausrichten und erneut spannen.

Lamellen ausrichten und befestigen

  • Erste Lamelle oben bündig einsetzen, ausrichten, vorgebohrte Löcher nutzen und mit 4 × 40 mm verschrauben.
  • Mit Abstandsschablone gleichmäßig nach unten arbeiten. Sichtseite beachten.
  • Bei Dübelmontage: Dübel mit Leim setzen, Lamellen aufschieben, mit Zwingen fixieren, Leimfugen nach 10–15 Minuten kontrollieren.

Standfüße montieren und aussteifen

  • Fußplatten mittig unter dem Rahmen ausrichten. Von unten mit 5 × 70 mm Schrauben verschrauben (mindestens 4 pro Fuß).
  • Optional Aussteifungen diagonal zwischen Fuß und Rahmen einsetzen, verschrauben/leimen.
  • Bodengleiter oder Filzstick-on unter die Füße kleben/schrauben, Boden schonen.

Alternative: Wenn Wandnähe gegeben ist, kleine Winkel einsetzen. Bei unbekannter Untergrundbeschaffenheit oder Leitungsnähe bitte Fachbetrieb beauftragen. Für modular gedachte Projekte lohnt ein Blick auf die French-Cleat-Werkzeugwand.

Oberfläche und Finish: Ölen oder Lackieren

Schleiffolge und Grundierung

  • Vor dem Finish fein mit 240er Papier schleifen, Staub gründlich entfernen.
  • Bei Lack: Holzgrund auftragen, Trocknen nach Herstellerangabe, leicht mit 240er anschleifen.

Ölauftrag oder Lackauftrag

  • Öl: Dünn mit Tuch einreiben, nach 15–20 Minuten Überschuss abnehmen. Zweiter Auftrag nach Trocknung.
  • Lack: Dünn, gleichmäßig rollen, Kanten nicht „absaufen“ lassen. Zwei bis drei Schichten mit Zwischenschliff 240.

Trocknung, Zwischenschliff, Endpflege

  • Zwischenschliff erhöht die Oberflächengüte; Staub vollständig entfernen.
  • Geölte Flächen nach 7 Tagen voll belastbar (Richtwert), in der Zeit vor Feuchte schützen.
  • Öllappen wegen Selbstentzündungsgefahr ausgebreitet trocknen oder in Metallbehälter mit Wasser lagern und fachgerecht entsorgen.

Sicherheit, Stabilität und Norm-Hinweise

Persönliche Schutzausrüstung und sichere Arbeitsweise

  • Schutzbrille, Gehörschutz und P2-Staubmaske beim Sägen/Schleifen tragen.
  • Werkstücke mit Zwingen sichern, Hände aus der Schnittlinie, Kabel/Absaugung führen.
  • Leim und Finish nur in gut gelüfteten Räumen verwenden, Handschuhe nutzen.

Kippsicherheit prüfen und sichern

  • Stehversuch: Leicht gegen den oberen Rahmen drücken. Der Raumteiler darf nicht zum Kippen neigen.
  • Bei Zweifel: größere Füße, Zusatzgewicht (z. B. Stahlplatte in Fuß), Aussteifungen oder Wandwinkel verwenden.

Schrauben, Leim und Holz: worauf achten

  • Holzleim nach EN 204, Klasse D3, für innen mit gelegentlicher Feuchte geeignet.
  • Schrauben 4 × 40 und 4 × 60 mm sind für 18 mm Platten praxisüblich. Vorbohren reduziert Ausrisse.
  • Massivholz arbeitet: Dehnfugen und flexible Befestigungen (Langlöcher) einplanen.

Fehlerbilder und Fixes

Lamellen verlaufen ungleichmäßig

Abstandsschablone nutzen und jede fünfte Lamelle mit Maßband gegenprüfen. Bei sichtbarer Abweichung Schrauben lösen, neu ausrichten, erneut fixieren. Alternativ Lamellen mit dünnen Distanzplättchen (z. B. 1–2 mm Karton) temporär blocken und dann verschrauben.

Lacknasen oder matte Stellen

Lacknasen nach Trocknung mit 320er Papier plan schleifen, dünn nachlackieren. Matte Stellen beim Öl: Oberfläche war staubig oder zu wenig Öl. Fein schleifen, entstauben, dünn nachölen.

Wackeliger Standfuß

Untergrund prüfen. Bodengleiter nachstellen oder Filz erneuern. Fußplatten mit zusätzlicher Schraube sichern, evtl. diagonal Aussteifung ergänzen. Bei großen Modulen Winkel zur Wand setzen.

Nachhaltigkeit und Upcycling

Restholz clever nutzen

Verschnitt zu Hakenleisten, kleinen Holzlamellen für Probestücke oder als Schablonen verwenden. Aus Resten lassen sich auch kleine Regalböden planen – Inspiration bietet unser Beitrag zum Regal aus Restholz.

Finish-Reste und Entsorgung

Öl- und Lackreste dicht verschlossen lagern; ausgehärtete Lacke gehören in den Restmüll, flüssige Reste zum Wertstoffhof. Öllappen wegen Selbstentzündung niemals zusammengeknüllt liegen lassen.

Umbau statt Wegwerfen

Das Modul kann später verbreitert werden: weiteren Rahmen mit Lamellen im gleichen Raster ergänzen oder die Füße gegen Rollen mit Bremse tauschen.

Kurzübersicht: Schrittfolge in 9 Punkten

  • Maße festlegen, Material wählen, Stückliste erstellen.
  • Rahmen- und Lamellenzuschnitt vorbereiten.
  • Kanten brechen, Flächen bis 240er schleifen.
  • Bohrungen anreißen, vorbohren, senken.
  • Rahmen verleimen, verschrauben, rechtwinklig prüfen.
  • Lamellen mit Schablone ausrichten und befestigen.
  • Standfüße montieren, ggf. aussteifen.
  • Oberfläche ölen oder lackieren, Zwischenschliff einplanen.
  • Kippsicherheit prüfen, Bodengleiter montieren, fertig.

Abnahme-Checkliste

  • Lamellenabstand konstant (Abweichung ≤0,5 mm)?
  • Rahmendiagonalen differieren ≤2 mm?
  • Schraubenköpfe bündig, keine Ausrisse sichtbar?
  • Oberfläche gleichmäßig, keine Lacknasen/Ölflecken?
  • Stand stabil, keine Kippneigung, Bodenschutz montiert?

Mit dieser Anleitung entsteht ein modularer, stabiler Raumteiler, der Licht durchlässt und Zonen schafft. Wer häufiger mit Holzrahmen arbeitet, profitiert von wiederverwendbaren Schablonen und sauberen Werkbank-Auflagen – gute Vorbereitung spart Zeit und vermeidet Fehler.

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